„Tacheles mit Simson- die Erfahrtour über Jüdisches Leben in Thüringen“

Unter dem Motto „Tacheles mit Simson“ haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a und 9b
am 06.06.2024 auf eine Erfahrtour der ganz anderen Art begeben und konnten sich dem jüdischen Leben
in Thüringen auf interaktive Weise nähern. Gefördert von DenkBunt, Thüringer Ministerium für Bildung,
Jugend und Sport, verbrachten sie einen interessanten Vormittag auf dem Schulhof unserer Regelschule.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Netzwerkkoordinator für jüdisches Leben in Thüringen, Herrn
Johannes Gräßer und der Vorstellung des gesamten Tacheles Teams mit seinen Expert*innen zum Thema
Judentum, hörten sie erste, einstimmende Klänge des israelischen Ensembles Folkadu und rotierten
anschließend durch die verschiedenen Angebote, die alle Sinne ansprachen. Die erste Station bot viel
Wissenswertes über verschiedene Alltagsgegenstände aus dem jüdischen Leben sowie der jüdischen
Religion, wie z.B. der Menora (siebenarmiger Leuchter), dem Shofar (Blasinstrument), der Kippa
(traditionelle Kopfbedeckung der männlichen Juden) und dem Tallit (Gebetsmantel). Zudem erfuhren die
Jugendlichen, wie eine Synagoge von innen aussieht und lauschten in dem mit Bildern der Neuen Synagoge
Erfurt beklebten Bauwagen, der als Wissensmobil diente, aufmerksam der aufgezeichneten Predigt eines
Rabbiners. Sie lernten viele Wörter aus ihrem alltäglichen Sprachgebrauch kennen, deren Ursprünge
zugleich im Hebräischen oder Jiddischen liegen, der Sprache der Jüdinnen und Juden. Beispiele dafür sind
Kaff, Zocken, Tacheles, Dufte, Schlamassel, Tohuwabohu und viele mehr. Die Lernenden haben somit
erfahren, dass das, was ihnen zunächst so fremd erschien, doch so nah und greifbar ist. An der nächsten
Station wurden die Wörter dann auf kreative Weise mit einem Street Art Künstler auf Leinwände gebracht.
So entstanden viele großartige und sehenswerte Kunstwerke. An der dritten Station war musikalisches
Talent gefragt. Das Ensemble Folkadu erlernte mit ihnen gemeinsam ein jiddisches Lied, in dem es sogar
einige Parallelen zum Deutschen zu entdecken galt. Alle sangen „Chiribim chiribom“ textsicher und
lautstark mit, wodurch bis heute ein nicht mehr wegzudenkender Ohrwurm entstanden ist. Zum Abschluss
sang die ganze Jahrgangsstufe dieses Lied noch einmal. Da die Simson, das legendäre Kultgefährt der DDR,
von dem jüdischen Bruderpaar Löb und Moses Simson aus Suhl stammt, durften die verschiedenen
Simson Modelle der Jugendlichen als Bestandteil der Erfahrtour und auf dem Abschlussfoto natürlich nicht
fehlen.
Es war für alle Teilnehmer*innen ein unvergesslicher Tag, der die jüdische Kultur so nah auf unseren
Schulhof brachte und sie damit so lebendig gemacht hat.
Ganz herzlich bedanken sich die Schüler*innen sowie die begleitenden Lehrkräfte bei dem Förderverein für
jüdisch- israelische Kultur in Thüringen e.V., der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, der Weimarer Mal- und
Zeichenschule e.V., dem gesamten Tacheles- Team sowie dem israelischen Ensemble Folkadu für
einen lehrreichen, grandiosen und unvergesslichen Projekttag.