Kirchgandern/ Reiffenhausen – „Etwas in die Hocke gehen, die Arme lang und an die Ohren, Kopf
auf die Brust, dann sanft ins Wasser gleiten – nicht einfach so ein Kopfsprung!“ Doch das Mädchen
aus der Bronzegruppe übt weiter. Nach unzähligen Versuchen und mit der Freundin am Beckenrand
klappt es dann. Dies war einer von vielen kleinen Erfolgen des Schwimmprojekts der 5. und 6.
Klassen der Regelschule Arenshausen im Waldschwimmbad Reiffenhausen im August.
Schon zum zweiten Mal trainierten Mädchen und Jungen der Schule dort vier Tage lang
Schwimmen verschiedener Disziplinen, Tauchen und Springen. Für viele gab es auch ein
Schwimmabzeichen als Lohn für die Anstrengungen.
Wenn sonst hauptsächlich im Sitzen gelernt wird, begann jeder Schwimmtag sportlich mit einer
5km-Wanderung vom Schulort Kirchgandern nach Reiffenhausen.
Im Freibad angekommen, hatten die Lehrer, weitere Betreuer und das Team des
Waldschwimmbades voll zu tun, die rund 60 Kinder im Wasser zu unterstützen. Im Freibad zu
toben und planschen ist das eine, aber wer hält schon 20 Minuten Schwimmen durch? „Ziel des
Projekts war es, die Schwimmfertigkeiten der Kinder zu verbessern, sodass sie sicher schwimmen
können“, betonte Sportlehrer Christoph Böning.
In kleinen Gruppen wurde deshalb besonders an Schwimmtechnik und Ausdauer gearbeitet. Ein
bisschen Theorie, nämlich die Baderegeln, wurde ebenfalls aufgefrischt. Auch hier zeigte sich, dass
die gegenseitige Hilfe für schnelle Fortschritte sorgte.
Nebenbei lernten sich die neuen Fünften und die Sechstklässler kennen. Zufällig, wenn der eine bei
der Suche nach dem verlegten Handtuch half oder eine andere Kleingeld für den Kiosk lieh.
Gespräche fanden statt, manchmal bahnten sich sogar neue Freundschaften an. Durch das gute
Miteinander der Kinder und die gegenseitige Unterstützung wuchs das Vertrauen aufeinander, aber
auch jeder selbst konnte sich letztlich sicherer im Wasser fühlen.
Zum Abschluss des Projekts, am vierten Tag, hatten viele Schüler Grund zur Freude: Das
Schwimmabzeichen in Gold bekamen vier von ihnen. Silber wurde 18 und Bronze 14 mal vergeben.
Eine Schülerin bestand die Seepferdchen-Prüfung.
Mit der Verleihung einer Teilnehmerurkunde an alle Schüler endeten die Schwimmtage schließlich
im idyllischen Waldschwimmbad, das laut Lehrermeinung mit idealen Bedingungen dafür
aufwartet: ruhige Atmosphäre, freundliches Personal und ausreichend Platz für gezieltes Training.
Diese sportlichen Schultage, die im vergangenen Schuljahr erstmalig ausprobiert wurden, sollen
sich etablieren, da sind sich die Lehrer einig. 2026 könnten sie wieder stattfinden – eine gute
Gelegenheit für das Mädchen aus der Bronzegruppe weiterzumachen, um vielleicht nächstes Jahr
Silber zu schaffen.
Text: Andrea Peter, Andreas Hollenbach, Uta Raabe
Fotos: Uta Raabe
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